Sonntag, 24. Juli 2016

Der Minecraft-Comic-Schwindel

Vor wenigen Tagen wurde Schreibfair auf eine Reihe von Ebooks aufmerksam, die sich aktuell in den All-Star-Charts tummeln. Auf den ersten Blick erscheinen die Bücher von M.E. Martin als eine Art Comic Fanfiction des beliebten Spiels „Minecraft“.
Da der Verkauf von Fanfiction in der Regel verboten ist, sah sich Schreibfair diese Titel genauer an und stieß sofort auf mehrere Ungereimtheiten.

Einige Titel von M.E. Martin fallen durch ihre enorme Länge von über 20 000 Positionen auf. Hat M.E. Martin so viele Geschichten geschrieben? Nicht wirklich. Stichproben zeigen, dass sich in den meisten Ebooks dieselben Texte finden, teilweise in Englisch und „Deutsch“. 
In Anführungszeichen deshalb,  denn nicht nur Schreibfair sondern auch mehrere Rezensenten vermuten: Hier war ein Google-Übersetzer am Werk. Die Texte strotzen vor Fehlern, manche Sätze sind unlesbar:

©Amazon.de

Wie erwähnt ist die Unlesbarkeit der Texte bereits mehren Lesern aufgefallen, die ihren Unmut nicht nur mittels ihrer Bewertung kundgetan haben, sondern auch eine Meldung über Qualitätsmängel an Amazon schickten. Schreibfair hat bereits einen Titel gefunden, der sich durch Amazon in der Löschung befindet. 
Die Frage muss hier erlaubt sein, warum Amazon dann nicht gleich etwas gründlicher hingeschaut hat, immer hin befinden sich noch weitere 45 Titel im Shop. 

Samstag, 23. Juli 2016

So nicht, Amazon!

Am 9. Juni berichtete Schreib Fair auf seiner Facebookseite über einen "Verlag", der sich auf Kochbuchplagiate spezialisiert hatte. Gemeldet wurden die E-Books am 31. Mai und innerhalb einer Woche waren sie komplett gelöscht worden.
Fall erledigt. Häkchen gemacht. Danke, Amazon KDP, für das schnelle Handeln.



Donnerstag, 14. Juli 2016

"Mach mir den Copy/Paste, du Luder!"

"Gina Joy (…es ist natürlich nur ihr Künstlername) schreibt schon seit der Oberstufe ihrer Schulzeit erotische Geschichten für sich und ihre Mitmenschen." (Zitat vom Autoren-Profil bei Amazon)

In den letzten Wochen scheint Frau Joy von einem wahren Schaffensrausch befallen worden zu sein. Fast im Minutentakt hat sie ihre Erotikstories veröffentlicht – 88 waren es insgesamt.
Ganz recht "waren", denn Frau Joy ist mitnichten Erotik-Autorin, sie ist Copy-Pasterin, wie Schreibfair vor zwei Wochen entdeckt hat.
Ihr Jagdrevier waren die zahlreichen Foren mit erotischen Stories. Eigentlich ein ganz alter Hut, dieses Copy/Paste aus Foren. Doch wie Schreibfair feststellen konnte, kommt es nie aus der Mode.

Quelle: Amazon.de
"Lauter herrenlose Geschichten", mag sich die Dame gedacht haben, die sich so großzügig an fremdem Eigentum bediente und im Fall einer unbefugten Nutzung "zivil- oder strafrechtliche Verfolgung" androhte. SchreibFair sah das etwas anders und schickte eine Meldung an Amazon.

Samstag, 2. Juli 2016

Wenn Verlage außerhalb von Recht und Gesetz agieren …

9. Februar. Der Main-Verlag kündigt seiner Autorin Sam Nolan fristlos und macht dies über Facebook bekannt. 
Grund für die Kündigung war eine Urheberrechtsverletzung. Die Autorin hatte einige Zeilen aus Songs in die Handlung eingebaut – wobei eine Mitschuld durch das Lektorat nicht auszuschließen ist, da diese Textstellen von der Autorin als Zitate markiert- und auch so bei Veröffentlichung übernommen worden waren.  
Gerüchte werden lanciert, die Autorin hätte nicht nur Songtexte kopiert, sondern auch ihr Buch "Blind Lies" sei ein Plagiat. 

Ab diesem Zeitpunkt hat der Verlag KEINE RECHTE mehr an den Büchern der Autorin!